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Donnerstag, 9. August 2018

Unser nächster Einsatz rückt näher...

Unsere nächste Fahrt nach Griechenland steht im September an und bei den Gedanken daran, was so auf uns zukommen wird, erinnern wir uns auch schon mal an bisher Erlebtes. 

  Unsere Arbeit war und ist immer noch geprägt von der Zusammenarbeit mit engagierten Menschen. So haben wir bei unserem letzten Einsatz in Patras auch Lore und Felix kennengelernt. Während wir uns um die Bereitstellung von Nahrungsmitteln gekümmert haben, haben die beiden für DocMobile medizinische Erstversorgung geleistet. Sie haben einen Bericht verfasst, den wir euch nicht vorenthalten möchten:


 "Wir, Lore und Felix, waren im April/Mai für DocMobile in Patras. DocMobile ist eine Organisation, die versucht in Patras, aber auch in Athen, Thessaloniki und auf Lesbos eine medizinische Grundversorgung für Menschen bereitzustellen, die sonst keine hätten. Unser Team in Patras bestand aus vier bis fünf Freiwilligen aus Kanada, Frankreich, Belgien, England und Deutschland. DocMobile hat in Patras einen Ambulanzwagen und ein Medikamentenlager für die Grund- und Akutversorgung der geflüchteten Menschen. 

In Patras harrten im April ca. 700 geflüchtete Personen in Zelten aus. In verlassenen Fabrikhallen in der Nähe des Hafens, lebten sie unter widrigsten Bedingungen und hofften auf die Chance auf eine Fähre nach Italien zu gelangen. Dabei kam es immer wieder zu schweren Verletzungen und systemischen Misshandlungen. Durch Illegalisierung und der daraus folgenden Kriminalisierung von geflüchteten Personen, ist in Patras ein völlig rechtsfreier Raum entstanden.
Deshalb bestand unsere Arbeit in Patras nicht nur in der Akutversorgung von Wunden, Schnitten und Infektionen, sondern immer wieder auch in der Behandlung von Stockschlägen, verdrehten Handgelenken, Hundebissen und anderen Gewalteinwirkungen von außen. Von den traumatisierenden psychosozialen Folgen von Gewalt, bzw. ihrer stetigen Replikation ganz zu schweigen.
 

Viele Verletzungen wurden von der Hafenpolizei zugefügt. Besonders in Erinnerung wird uns ein 17-jähriger Junge bleiben, der nach massiver Drangsalierung durch die Polizei, völlig entkräftet und dehydriert, das Bewusstsein verlor. Später stellte sich heraus, dass seine Arme gebrochen waren. 

An manchen Tagen hat unser kleines Team über 100 Patienten versorgt. An solchen Tagen waren auch wir am Ende unserer Kräfte. Im Angesicht der Willkür und Skrupellosigkeit, dem fehlenden Respekt vor dem Leben und der Gesundheit anderer Menschen, fällt es uns schwer, die Situation der Geflüchteten in Patras aus einer rein medizinischen Sicht zu beschreiben. 

Trotz alledem werden uns auch viele schöne Momente in Patras in Erinnerung bleiben. Die Dankbarkeit für unsere Arbeit, selbst wenn wir nur ein Pflaster geklebt oder in Ruhe zugehört haben, die vielen interessanten Gespräche und die Freundschaften, die wir schlossen. Unser höchster Respekt gilt den Menschen, die auch unter den härtesten Bedingungen ihre Hoffnung nicht verlieren und natürlich allen AktivistInnen in Patras, die sich der zur Normalität gewordenen Inhumanität und der völlig absurden europäische Migrationspolitik entgegenstellen!

An dieser Stelle ein fettes Dankeschön für eure Unterstützung und Spenden, für die gesammelte Kleidung und den Support am Telefon! 

Felix + Lore"

Wenn Ihr die Arbeit von DocMobile unterstützen möchtet, könnt ihr das bei PayPal tun oder per Überweisung an die IBAN: DE82 2585 0110 0230 3744 64.

Auch wir von Taten statt Warten sammeln wieder Spenden für unsere nächste Griechenlandfahrt. Diesmal ist unser Einsatzort Dilesi, Griechenland. Wir arbeiten wieder mit unserem Partner FoodKIND zusammen, und werden unsere gesammelten Spenden ausschließlich dafür einsetzen, die Camps Oinofyta und Malakas mit Essen zu versorgen. Ihr könnt euch also sicher sein, dass euer Geld nicht in Organisationsstrukturen verloren geht, sondern direkt den Geflüchteten zu Gute kommt! Bei uns könnt ihr über die Crowdfunding-Seite spenden oder an die IBAN: DE77 8005 3762 1894 0741 02.


Mittwoch, 23. Mai 2018

Wieder einmal in Griechenland…

Es ist mitunter erstaunlich, wie schnell sich Dinge verändern können. Am 1. März 2018 fuhren wir über „Taten statt Warten“ nach Patras in Griechenland, um dort die NGO FoodKIND bei der Arbeit in Geflüchteten-Camps zu unterstützen. Wenn man dabei von Camps spricht, dann ist das noch eine Beschönigung für die damaligen Zustände.

Insgesamt wohnten circa 600 Menschen unter katastrophalen humanitären Bedingungen in verlassenen Fabriken entlang der Hafenanlagen. Das waren fast vier Mal so viele Personen, wie zu unserer ersten Fahrt im April 2017. Tagtäglich versuchten sie, die Fähren nach Italien zu erreichen, um von dort ihren Weg in ein neues Leben zu wagen.

Was die Menschen in Patras vorfanden, war jedoch Hoffnungslosigkeit und die ständige Furcht, bei ihren unzähligen Fluchtversuchen von der gewaltbereiten Hafenpolizei erwischt zu werden. Dabei galten für die Hafenpolizisten von Patras scheinbar keine Regeln. Sie schreckten vor nichts zurück – sie nahmen den Geflüchteten ihr Geld ab, zerschnitten ihnen die Schuhe und fügten ihnen auch Verletzungen zu.

Die meisten Menschen kamen aus Krisen- und Kriegsgebieten in Afghanistan und Pakistan, einige wenige aus dem Maghreb. FoodKind versuchte, die drei leerstehenden Fabriken täglich mehrmals anzusteuern, um alle mit mindestens zwei Mahlzeiten zu versorgen. Dabei kooperierten wir mit dem medizinischen Personal von DocMobile, welches sich der medizinischen Erstversorgung der Menschen verschrieben hat. Beide Organisationen waren substanziell auf Spenden angewiesen und auf Menschen, die ihre Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit mit einbringen konnten.

Wir von Taten statt Warten konnten im Vorfeld dank Eurer Hilfe Spenden sammeln und zwei Wocheneinkäufe für insgesamt 1100€ finanzieren. Darüber hinaus reichte das Geld noch für 30 Paar Schuhe im Wert von 300€. Diese wurden nach und nach an diejenigen Menschen herausgegeben, deren eigene abgetragen oder zerschnitten wurden. Gleichzeitig konnten wir über 17 Tage lang FoodKIND bei ihrer unverzichtbaren Arbeit mit unserer Tatkraft unterstützen und somit einen weiteren kleinen persönlichen Beitrag leisten.

An dieser Stelle möchten wir uns bei allen Spendern von ganzem Herzen bedanken!

In der letzten Woche überkam uns dann die Nachricht, dass all das, was wir dort vorgefunden hatten bereits wieder Geschichte zu sein scheint. Wie Medien und die Personen vor Ort uns berichteten, hat die Polizei die Fabrikgebäude geräumt, die Geflüchteten dort in Gewahrsam genommen und in „offizielle“ Camps in der Nähe von Thessaloniki gebracht. Wie lange sie dort bleiben werden und unter welchen Umständen, ist unklar.

Zuvor war es zu Auseinandersetzungen zwischen den in den Fabriken lebenden Menschen gekommen, wobei ein 17-Jähriger ums Leben kam (Hier nachzulesen). Zwei Tage nach unserer Abreise sei bereits ein 16-Jähriger von einem Polizeiauto überfahren worden.

Falls Ihr weiteres über die Situation in Patras erfahren wollt, bietet die Doku „Flucht unter dem LKW“ von ZDF Zoom einen tiefen Einblick in die Situation der Geflüchteten vor Ort. Zusätzlich liefert der Artikel „Sueñan con subirse a un ferry rumbo a Italia“ mit dem beigefügten Video einen authentischen Beitrag für Euronews.

Wenn Euch die Arbeit von Taten statt Warten gefällt, schreibt uns einfach an und schaut mal bei unseren zweiwöchentlichen Treffen vorbei. Wem es an Zeit mangelt, kann auch Spenden. Ihr könnt sicher sein, dass das Geld direkt den Geflüchteten in Griechenland zu Gute kommt!


Mittwoch, 3. Januar 2018

Go Go Go

Ein gutes, neues Jahr von uns an euch.


Ansonsten ein Update über das was kommt:


Fahrt nach Griechenland

Wir planen unsere nächste Fahrt nach Griechenland. Diese wird, wie es aussieht, Mitte März diesen Jahres stattfinden und bisher sind drei Leute im Begriff rüber zu fliegen. 
Der Aufenthalt wird wieder in Kooperation mit FoodKIND stattfinden, die dringend Hilfe benötigen um ihren Standard im Süden von Griechenland weiterhin halten zu können. Leider mussten sie bereits ihre Zweigstelle in Thessaloniki schließen, aufgrund von mangelnder Spendenbereitschaft.
Wenn sich von Euch noch jemand anschließen mag, dann kommt doch am nächsten Montag, 08.01.2018, zum nächsten Treffen. Da dieses in einer privaten Wohnung stattfindet bitten wir euch zwecks Adresse einfach eine kurze Nachricht an uns zu schreiben - hier oder hier

Infoveranstaltungen

Ansonsten ist gerade eine Informationsveranstaltung über die Lage an verschiedenen Standorten in Griechenland in Planung. Diese wird voraussichtlich im Peißnitzhaus Ende Januar stattfinden. 
Wir finden es unheimlich wichtig, dass wir unser Wissen weiter geben und darüber Informieren, wie es den Geflüchteten Vorort geht, woran es mangelt und wie die Perspektiven sind. 
Spread the Word und kommt fleißig, wenn es soweit ist.

Abgesehen davon haben wir uns angeschlossen bei einer Erstinformationsveranstaltung für Geflüchtete in Halberstadt mitzuwirken. Dabei werden die Geflüchteten über Verfahren und Rechte aufgeklärt.
Dafür werden noch Übersetzer gesucht für die Sprachen
Arabisch, Türkisch, Kurdisch, Somali, Hindi/Urdu, Pashtu, Serbisch/Russisch. 
Meldet euch gerne bei uns, wenn ihr eine der Sprachen sprecht und bei der Übersetzung des Infotexts für die Geflüchteten helfen könnt, und/oder auch bei der Vorstellung dessen am 27.02.18.
Auch wer nicht Übersetzen kann, kann Vorort bei Essen, Kinderbetreuung und diversen anderen Punkten helfen. Wir freuen uns über jede Mithilfe, das wird ein großes Event. Get connected.

Grenzenlose Wärme

Zu guter Letzt möchten wir euch noch auf den Blog von Grenzenlose Wärme aufmerksam machen, die sich gerade zur Zeit in Griechenland befinden und alle Hände voll zutun haben. Der Mediale Informationsschwall ist zwar abgeebbt, die Hilfsbedürftigkeit der Menschen in Griechenland hat sich allerdings nicht verringert. Lest hier wie es derzeit in Thessaloniki aussieht.

Over and Out. Danke fürs Lesen.

Ps: Wer Mediengestalter ist, oder gut mit Social Networks, Bloggestaltung und dem ganzen HTML Kram umgehen kann und uns unter die Arme greifen will, ist auch höchst willkommen. 


Mittwoch, 20. September 2017

Tanzen statt Warten Vol. II

Die letzten Wochen sahen bei uns eher ruhig aus. Da viele von uns die Semesterferien genutzt haben, um nach Hause oder in den Urlaub zu fahren, legten wir eine kleine Sommerpause ein. Ab September haben wir uns dann wieder angefangen zu treffen, denn es steht Großes an: am 28.10.2017 veranstalten wir eine zweite „Tanzen statt Warten“ – Soliparty. Damit wollen wir wieder etwas Geld sammeln, um auf der nächsten Fahrt im Jahr 2018 so viel wie möglich mit nach Griechenland zu nehmen, um damit notwendige Sachen vor Ort zu kaufen. Vor der Party zeigen wir noch den Film „Raving Iran“, in dem sich zwei junge DJs gegen das Regime stellen.

Also merkt euch den Termin und kommt fleißig mit uns feiern!

Line Up:
Jan Goertz / The Apetizing / Techno
Nouri / Abaton Kollektiv / Goa
moogli b2b rumpelstuhl / Abaton Kollektiv / DnB
Sonah / Abaton Kollektiv / House
und viele mehr!

Wann?: 28.10.2017
Was?: Film 21:00, Party 22:30
Wo?: Labim, Halle (Saale)


Mittwoch, 21. Juni 2017

Endlich! Unser neues Vereinskonto

Nach einigem Hin und Her ist es nun endlich so weit: Unser neues Vereinskonto ist eröffnet!

Es wird unter anderem auch für unser Crowd-Funding-Projekt benötigt - jetzt steht alles bereit und die nächsten Pläne können geschmiedet werden!
Ab sofort können wieder Spenden entgegengenommen werden; über das Crowd-Funding oder auch per Überweisung direkt auf das Konto:

Taten statt Warten
DE77 8005 3762 1894 0741 02
Verwendungszweck: Spende, Name 

(Falls eine Spendenquittung benötigt wird, bitte die Anschrift oder uns direkt über unsere Mail kontaktieren.)

Ein riesiges Dankeschön an alle unsere Unterstützer!

Montag, 19. Juni 2017

Ein Blick in den Alltag der Geflüchteten

An unserem zweiten Einsatzort im Süden Griechenlands hat sich unsere Arbeit auf zwei Fabrikhallen konzentriert. Derzeit leben dort verteilt auf die zwei Gebäude ungefähr 150 Geflüchtete, die meisten von ihnen sind aus Afghanistan, Pakistan und dem Iran.

Das Leben, welches die Männer in den Fabriken führen, ist unfassbar. Sie schlafen dort in kleinen Zelten oder auf dem blanken Holzboden. Die hygienischen Bedingungen sind katastrophal. Überall liegen Müllberge, welche ersichtlich machen, dass die Fabriken seit Jahren Zwischenstopp für viele Menschen auf der Flucht sind. Sie hausen dort inmitten alter, rostiger Maschinen, viele Teile der Fabriken sind zerfallen, alles ist offen, ehemals vorhandene Scheiben sind zerbrochen. Es ist kein Wunder, dass sich Krankheiten schnell ausbreiten. Die Organisation FoodKIND, welche wir vor Ort unterstützt haben, hat daher bei den Essensauslieferungen auch versucht, eine medizinische Versorgung zu leisten. Die Freiwilligen haben Wunden gereinigt und behandelt, Schmerzmittel, sowie andere Medikamente verteilt. Doch bei gewissen gesundheitlichen Problemen ist einfach ein Arzt nötig. An unserem vorletzten Tag dort ist ein Team freiwilliger Ärzte und Krankenschwestern mit uns zu den Fabriken gekommen, um die Geflüchteten mit Beschwerden zu untersuchen und so gut wie möglich zu behandeln. Auch sie haben hauptsächlich Schmerzgels und Tabletten verteilt. Einige hatten aufgrund der Folter durch die Taliban oder durch Schläge der Polizei schlimme Verletzungen am ganzen Körper. Andere haben unter Magenproblemen oder Krätze gelitten. Das Risiko der Ansteckung ist unter den dortigen Lebensbedingungen natürlich besonders hoch. Die Ärzte haben daher eine umgehende Behandlung der Männer angeordnet, die sich mit Krätze infiziert hatten. Dazu waren neben der Salbe auch neue Kleidung und Schlafsachen nötig. Diese konnten von FoodKIND gestellt werden und auch wir nutzen einen geringen Teil unserer gesammelten Spenden, um neue Kleidung zu kaufen. 


Die Geflüchteten in den Fabriken haben versucht, sich das Nötigste irgendwie einzurichten. So gibt es eine Stelle, an der sich alle waschen, rasieren und sich die Zähne putzen können. Gibt es gespendete Hygieneartikel, so werden sie an die Menschen verteilt- meist sind es Zahnbürsten, Zahnpasta, Rasierer und Duschgel.

Die Stromversorgung in den Fabriken ist sehr schwierig; in der einen Fabrik gibt es immerhin eine kleine Lampe. Ihre Handys laden die Geflüchteten an provisorischen Multi-Steckdosen. Wie wichtig diese sind, kann man sich gut vorstellen- sind sie doch die einzige Möglichkeit für die Menschen, Kontakt zur Familie zu halten. Auch wir haben schnell gemerkt, wie wichtig soziale Kontakte und Gespräche sind. Da einige der Männer perfekt Englisch, zwei von ihnen sogar Deutsch sprechen konnten, hatten wir die Möglichkeit, uns mit ihnen auszutauschen. Es hat uns erstaunt, wie viel die Menschen bereit waren, von ihren Erlebnissen und Gefühlen preiszugeben. Vieles von dem, was wir hörten, war einfach nur schockierend. Sie berichteten von Willkür, Verfolgung und Folter in ihren Heimatländern. Einige von ihnen haben bereits mehrere Jahre in England oder Deutschland gelebt, haben dort gearbeitet und wurden aus verschiedensten Gründen zurückgeschickt oder durften nicht wieder einreisen.


Letztlich ist die Situation für die Männer in den Fabriken schwer auszuhalten. Wir konnten daran nur wenig ändern- unser Beitrag musste sich im Grunde auf die Essensvergabe und einige Sachspenden beschränken. Wir wollen jedoch wiederkommen. Wir haben die Situation wahrgenommen und erkannt, das etwas daran geändert werden muss. Unsere Hilfe wird also weitergehen – wir werden hier in Halle wieder Spendenaktionen starten und Geld sammeln. Wir werden Aufmerksamkeit für das Thema schaffen und wieder nach Griechenland reisen.

Seitdem wir wieder in Deutschland angekommen sind, hat sich unsere Gruppe wieder zu regelmäßigen Treffen zusammengefunden. Wir haben unseren Leuten, die hier geblieben sind, von den Erlebnissen erzählt und uns ausgetauscht, wie uns das Gesehene und Erlebte bewegt hat. So etwas ist wichtig, denn es fällt uns allen etwas schwer, nach den Erlebnissen in Griechenland wieder in den Alltag einzutauchen. Das Wissen, dass wir hier in Halle aktiv bleiben und uns weiter mit der Thematik beschäftigen, hilft. Ihr werdet also bald wieder von uns hören, live oder wenn wir hier auf dem Blog über unsere Aktivitäten berichten!

geschrieben von: Iris

Montag, 29. Mai 2017

#5-11 Reise in den Süden Griechenlands - Kochen für Geflüchtete


Für alle, die sich gefragt haben, was denn nun aus den restlichen Tagen der Griechenland-Fahrt geworden ist: Hier kommt endlich die Antwort. Frei nach dem Motto: Was lange währt, wird gut.

Am Dienstag, unserem fünften Arbeitstag in Griechenland, sind wir in den Süden des Landes aufgebrochen; dort benötigte die Organisation FoodKIND dringend weitere helfende Hände und wir verbrachten unsere sechs verbliebenen Arbeitstage mit der Unterstützung ihres Projekts.

Die Fahrt, die Iris voller Konzentration und mit einigen kleinen Pausen gut gemeistert hat, dauerte insgesamt sieben Stunden. Wir nutzen die Zeit im Auto, um Fiona einen Geburtstagsgruß nach Deutschland zu schicken. Für die Autobahn mussten wir Mautgebühren bezahlen und kamen einmal sogar in eine Polizeikontrolle - die Polizisten waren allerdings sehr nett und wir konnten sofort weiterfahren.

Im Süden angekommen begannen wir nach einer kurzen Ruhepause gleich am Abend mit der Arbeit.

Nouri und Hannah schliefen bei FoodKIND im Haus und Iris, Sina und Sarah in der zuvor gemieteten AirBnB-Wohnung. Glücklicherweise waren die beiden Schlafplätze nur fünf Autominuten voneinander entfernt, was uns die Planung sehr erleichterte.

Unsere tägliche Arbeit hatte einen sehr gleichförmigen Ablauf:

Wir trafen uns um 9:30 und fuhren als erstes gemeinsam zu den Fabriken, um das Frühstück auszuteilen, das wir am vorherigen Tag vorbereitet hatten. Es gab für jeden Geflüchteten Toastscheiben mit Marmelade oder Schokoaufstrich, eine Orange und zwei Kekse. Danach ging es zurück zum Haus von FoodKIND, um alles sauberzumachen und die Töpfe und das Geschirr abzuwaschen.

Dann begannen wir mit den Vorbereitungen für das Abendessen, für das riesige Mengen an Gemüse kleingeschnitten werden mussten. 
Etwa von 12:30 bis 15:30 hatten wir Mittagspause. Diese nutzten wir, um in die Stadt zu fahren, Gyros oder ähnliches zu essen und uns zu entspannen.
Danach ging es fleißig weiter mit den Vorbereitungen für das Abendessen: Je nachdem, was auf dem Plan stand, wurden Salat, Gurken und andere Lebensmittel geschnitten. Hannah übernahm in den letzten Tagen sogar das Kochen und war dafür verantwortlich, Reis, Nudeln und alles andere mit passenden Gewürzen abzuschmecken. Das gelang ihr sehr gut und sie wurde zu ihrer Freude von allen Seiten gelobt. 
Gegen 19:30 machten wir uns dann jeden Tag auf den Weg, um das Abendessen unter den Geflüchteten auszuteilen. Für viele Menschen war das Essen, das wir kochten, das Einzige was sie bekamen - sie freuten sich sehr darüber.

An unserem letzten Tag haben wir zur Abwechslung Porridge gekocht. Dies kam bei den meisten Geflüchteten gut an. Einige sahen dem ungewohnten Frühstück jedoch skeptisch entgegen: Die meisten kannten Porridge nicht, da in vielen der Heimatländer normalerweise Rührei zum Frühstück gegessen wird.

Was wir bezahlt haben:

Für den Einkauf und das Obst gaben wir insgesamt 137€ aus.
Außerdem kauften wir 15 Paar Schuhe, ein paar neue Klamotten, Antibiotika und Schmerzmittel und drei Fußbälle, für die wir insgesamt 207€ ausgaben. Wir erstanden zudem noch eine neue Kochstelle für FoodKIND, da die riesige Menge an Reis in den großen Töpfen des Öfteren mal unten anbrannte und es sich mit 3 Kochplätzen einfach leichter kochen lässt. Da wir am Ende immer noch Geld zur Verfügung hatten, entschieden wir uns dazu, FoodKIND 500€ zu überlassen. 
Weiterhin wurden das Mietauto, das Benzin, die AirBnB-Wohnung und die Unterkunft im Haus von Spendengeldern bezahlt.

Und schließlich: die Rückfahrt...

Am Sonntag fuhren wir dann, nachdem wir das Frühstück in die Fabriken gebracht hatten, wieder zurück nach Thessaloniki, da am Montag unser Flug nach Berlin ging. 
Zwischenzeitig fuhr unser Auto nur etwa 80 km/h und konnte nicht richtig beschleunigen. Wir entschieden uns dazu, vorsichtshalber den Abschleppdienst zu rufen, da wir nicht wussten, ob es ein Problem mit dem Motor gab. Der Abschleppdienst konnte uns leider auch nicht weiterhelfen und so fuhren wir noch einige Minuten langsam auf der Autobahn weiter, bis sich das Problem von selbst löste und das Auto wieder normal fuhr.

Rückblickend hatten wir zwar anstrengende, aber sehr produktive Tage, die wir so schnell nicht vergessen werden und die erst einmal verarbeitet werden müssen. 

geschrieben von: Sina und Doro

Sonntag, 14. Mai 2017

#3&4 Fußball und Kochen

An unserem dritten Arbeitstag in Thessaloniki beschlossen wir, unsere Gruppe zu teilen.
Marco fuhr zur SoulFood Kitchen, um dort mit anderen Freiwilligen Essen für obdachlose Geflüchtete zuzubereiten und auszuliefern.

Der Rest unseres Teams war für ein Großevent im Herzen von Thessaloniki angefragt worden. Dabei handelte es sich um eine Art Festival, für das die Menschen aus vielen umliegenden Flüchtlingscamps mit Bussen zu der Location gebracht wurden: Das Family-Football Event stand im Rahmen des Fußballspiels Barcelona gegen Madrid, welches am späteren Abend live auf Großleinwand zu sehen war.

Unsere Aufgabe an diesem Tag bestand darin, an unterschiedlichsten Ständen auszuhelfen. Während Hannah und Iris den (meist) syrischen Kindern ein Lächeln entlockten, indem sie mit Schminke Schmetterlinge, Spiderman oder Herzchen auf ihre Gesichter zauberten, betreuten Sarah und Nouri die Hüpfburg, damit sich keines der Kinder verletzte. Auch am Women-Safeplace Zelt wurden Schichten von unserem Team übernommen.

Im Großen und Ganzen war es ein Tag, an dem wir als Helfer das Gefühl hatten, für die Geflüchteten eine willkommene und gern angenommene Abwechslung geschaffen zu haben; mit Musik,Tanz und Kicker, Clownshows für die Kinder, der Möglichkeit sich an einer Wand künstlerisch zu verewigen, Essen und Trinken, sowie sportlicher Aktivität.

Der vierte Tag in Thessaloniki nahm uns wieder als Team im Ganzen in Beschlag. Einige von uns starteten bereits am Morgen mit ihrer Arbeit in der SoulFood Kitchen, während der Rest im angrenzenden Warehouse wieder Sachen sortierte und Pakete für Flüchtlingsfamilien packte. Gegen Nachmittag bereiteten wir dann alle das Essen für den Abend vor und halfen, es noch zu verpacken. Insgesamt konnten 130 Portionen Essen in Thessaloniki verteilt werden.

Natürlich haben wir für euch alles bebildert.  Für noch mehr kleine Impressionen könnt ihr auch gerne auf unserer Facebook-Seite vorbeischauen.