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Sonntag, 14. Mai 2017

#3&4 Fußball und Kochen

An unserem dritten Arbeitstag in Thessaloniki beschlossen wir, unsere Gruppe zu teilen.
Marco fuhr zur SoulFood Kitchen, um dort mit anderen Freiwilligen Essen für obdachlose Geflüchtete zuzubereiten und auszuliefern.

Der Rest unseres Teams war für ein Großevent im Herzen von Thessaloniki angefragt worden. Dabei handelte es sich um eine Art Festival, für das die Menschen aus vielen umliegenden Flüchtlingscamps mit Bussen zu der Location gebracht wurden: Das Family-Football Event stand im Rahmen des Fußballspiels Barcelona gegen Madrid, welches am späteren Abend live auf Großleinwand zu sehen war.

Unsere Aufgabe an diesem Tag bestand darin, an unterschiedlichsten Ständen auszuhelfen. Während Hannah und Iris den (meist) syrischen Kindern ein Lächeln entlockten, indem sie mit Schminke Schmetterlinge, Spiderman oder Herzchen auf ihre Gesichter zauberten, betreuten Sarah und Nouri die Hüpfburg, damit sich keines der Kinder verletzte. Auch am Women-Safeplace Zelt wurden Schichten von unserem Team übernommen.

Im Großen und Ganzen war es ein Tag, an dem wir als Helfer das Gefühl hatten, für die Geflüchteten eine willkommene und gern angenommene Abwechslung geschaffen zu haben; mit Musik,Tanz und Kicker, Clownshows für die Kinder, der Möglichkeit sich an einer Wand künstlerisch zu verewigen, Essen und Trinken, sowie sportlicher Aktivität.

Der vierte Tag in Thessaloniki nahm uns wieder als Team im Ganzen in Beschlag. Einige von uns starteten bereits am Morgen mit ihrer Arbeit in der SoulFood Kitchen, während der Rest im angrenzenden Warehouse wieder Sachen sortierte und Pakete für Flüchtlingsfamilien packte. Gegen Nachmittag bereiteten wir dann alle das Essen für den Abend vor und halfen, es noch zu verpacken. Insgesamt konnten 130 Portionen Essen in Thessaloniki verteilt werden.

Natürlich haben wir für euch alles bebildert.  Für noch mehr kleine Impressionen könnt ihr auch gerne auf unserer Facebook-Seite vorbeischauen.



Mittwoch, 26. April 2017

#2 Und schon wieder: Klamotten, Klamotten, Klamotten!

Nachdem wir uns am gestrigen Abend nach getaner Arbeit noch mit den Leuten von "Grenzenlose Wärme" aus Dortmund getroffen und einen angenehmen Abend in einem griechischen Restaurant verbracht hatten, ging es heute für uns wieder zurück in Ruhis Warehouse. Was dort unsere Aufgabe war? Na, was denkt Ihr denn?! Auspacken, Sortieren und Wiedereinpacken von Kleiderspenden. 
Das ist so eintönig, wie es sich anhört, aber irgendjemand muss es machen, denn unsortiert macht die Verschickung keinen Sinn.

Wo gehen die Kleiderspenden eigentlich hin?

Laut Ruhi geht ein Großteil der Kleiderspenden sowie Spielzeug/Spielgerät (Puzzles, Cricket-Ausrüstungen u.v.m.) nach Belgrad. Dort werden die Sachen dringend benötigt, denn in Belgrad leben viele Tausende Geflüchtete unter menschenunwürdigen Bedingungen. Da es schwieriger geworden ist, von dort aus weiterzureisen, bleiben viele Menschen dort, jedoch völlig ohne Hab und Gut, teilweise noch nicht einmal mit dem nötigsten ausgestattet. Wie Ruhi uns erzählte, sind momentan einige Organisationen dabei, ihren Fokus nach Belgrad zu verlagern, um die Situation für die Geflüchteten vor Ort irgendwie so erträglich wie möglich zu machen. Für uns ist es ein komisches Gefühl, zu hören unter welchen Umständen die Menschen in Belgrad leben - ja, da fühlt man sich fast ein bisschen ohnmächtig. Gleichzeitig wissen wir aber auch, dass die Kleiderspenden, welche wir gemeinsam mit Ruhi und ihren Leuten zur Verschickung bereit machten, in die Hände von Menschen fallen werden, die sich sehr darüber freuen werden. Das ist ein kleiner, aber feiner Trost.

Doch zurück zum eigentlichen Thema: wir waren den ganzen Tag im Warehouse und machten stundenlang nichts anderes als diverse Kleider- und Spielgeräte- Spenden zu sortieren. Zwischendurch brachten unsere Freunde von "Grenzenlose Wärme" jedoch sprichwörtlich ein bisschen Ablenkung bei uns vorbei, denn sie besuchten uns im Warehouse, um uns eine Kleinigkeit vorbeizubringen. Um was genau es sich handelte und was genau wir damit vorhaben, soll zunächst unser Geheimnis bleiben. Wir verraten mal nur so viel: Es lohnt sich, auf dem Laufenden zu bleiben! Könnte sein, dass Ihr dann schon bald von einer megalustigen Crowdfunding-Aktion in Halle erfahrt.
 
Soviel erstmal zu unserem zweiten Arbeitstag in Thessaloniki. Bleibt gespannt dran, denn das war erst der Anfang und wir haben noch viel mehr und viel interessantere Sachen zu erzählen! Zahlreiche Bilder folgen ebenfalls, auch hier auf diesem Blog. Wer nicht warten kann und jetzt bereits ein paar visuelle Eindrücke erhalten möchte, der sollte uns auf Facebook folgen.

Dienstag, 25. April 2017

#1 Klamotten, Klamotten, Klamotten

An unserem zweiten Tag in Thessaloniki kamen wir endlich zu unserem ersten Arbeitseinsatz. Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es gegen 9 Uhr morgens los zu Ruhi, einer unserer Ansprechpartnerinnen. Im Vorfeld hatten wir erfahren, dass wir bei ihr Sachen sortieren würden; wir waren uns jedoch noch nicht darüber im Klaren, was genau und in welcher Menge. Wie bereits erwähnt ist das jedoch nichts Ungewöhnliches, denn häufig ist es im Rahmen von Freiwilligeneinsätzen zumindest derzeit in Thessaloniki so, dass man nicht weiß, worauf man sich einlässt. Das ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber anders geht es auch nicht. 
Jedenfalls machten wir uns am frühen Morgen auf zu Ruhi Loren Akhtar, die in Thessaloniki mit mehreren Organisationen gleichzeitig zusammenarbeitet und deshalb auch immer wieder auf die Hilfe von Freiwilligen angewiesen ist.

Bei Ruhi angekommen erwartete uns gleich die erste Überraschung: Unsere Fahrerin Iris wurde von Ruhis Mitarbeiterin Anida gefragt, ob sie mehrere Geflüchtete von ihren Unterkünften zu Englischkursen fahren könne. Das kam etwas überfallartig, aber auch das ist leider alles andere als ungewöhnlich. Sichtlich überrascht von der spontanen Frage sagte Iris nichtsdestotrotz zu und brachte die Leute fix zu ihren Kursen. Anschließend holte sie Hannah ab, die in der Unterkunft zurückgeblieben war. Die beiden fuhren dann los, um unsere Sachspenden bei der Organisation Antigone abzugeben, zu welcher Iris bereits vor unserer Fahrt Kontakt aufgenommen hatte. 
Marco wartete derweil bei Ruhi zu Hause - wartete darauf, etwas zu tun zu bekommen. 
Schade ist, dass Marco zunächst längere Zeit nur rumsaß, da er nichts anderes tun konnte, als auf die große Lieferung Kleiderspenden zu warten. Ganz untätig war unsere Gruppe jedoch nicht, denn Iris hatte einen Teil unserer Gruppe bereits am Vormittag bei einem Kulturzentrum abgesetzt, wo u.A. Workshops für Geflüchtete angeboten werden. Nori, Sarah und Sina kochten dort fleißig für die Freiwilligen, welche sich sehr über das leckere Essen freuten. Anschließend kauften die drei gemeinsam mit Iris noch jede Menge Lebensmittel wie z.B. Reis, Salz, Zucker ein, um Essenspakete für geflüchtete Familien zusammenzustellen. Insgesamt haben wir 27 dieser Pakete gepackt und unsere Fahrerin Iris half dabei, sie fleißig zu verteilen.

Vorher hatte Iris den anderen Teil der Gruppe vom Kulturzentrum abgeholt, und bald darauf traf dann auch endlich eine riesige Menge an Kleiderspenden bei Ruhi ein. Den Rest unseres Arbeitstages verbrachten wir mit dem Auspacken, Sortieren und Wiedereinpacken von Kleiderspenden jeglicher Art. Es war alles Mögliche dabei: T-Shirts, Pullover, Hosen und vieles Weitere. Bei dem wenigen Platz in Ruhis Wohnung war das gar nicht so einfach, aber Hannah, Sina und Sarah haben sich blitzschnell ein ganz eigenes Sortiersystem ausgedacht, weshalb wir unsere Aufgabe relativ schnell und auch möglichst akkurat erledigen konnten. 
Hiermit verbrachten wir dann noch ein paar Stunden, ehe es für alle in den wohlverdienten Feierabend ging. Der Tag war damit allerdings noch nicht zu Ende, denn wir trafen am Abend noch die lieben Menschen von "Grenzenlose Wärme" aus Dortmund. Hierzu mehr im nächsten Blogeintrag ;)